Push efficiently outside

Hier ein Text in einem Zug der ÖBB, bei dem, wie so oft, die Übersetzung von Zufälligkeit, Beiläufigkeit oder Hilflosigkeit (oder allen drei) schwer gezeichnet ist. Dagegen habe ich wie immer nichts einzuwenden, wenn die Funktion des Textes nicht nach einer genauen und richtigen Übersetzung verlangt. Aber gerade diese Übersetzung könnte in zwei Hinsichten wichtig sein:

  1. Der Text befindet sich dort, wo praktisch alle Fahrgäste genau hinsehen: neben dem Knopf, den man drückt, wenn man aussteigen will. Also lesen ihn viele Leute. Und wenn sie gut Englisch können, wird er ihnen merkwürdig vorkommen. Handfest falsch sind »door-plate«, »efficiently«, »to the outside« und »afterwards«. Zumindest nicht so notwendig wie im Deutschen ist das Ausrufezeichen am Ende eines Imperativsatzes. Eine richtige (wörtliche) Übersetzung wäre z.B. »Push the door firmly outwards and then slide it open.« Das wäre zumindest nicht als schlechtes Austroenglisch auffällig.
  2. Wirklich brauchen kann jemand den Text aber im Notfall. Das betrifft viel weniger Leute, aber dafür kommt dann wirklich viel drauf an, dass der Text so einleuchtend und leicht zu befolgen ist wie nur möglich. Wenn ich aus dem brennenden Zug entkommen will, muss ich der Reihe nach 3 Dinge tun: die Tür entriegeln; das Türblatt nach außen stoßen; und dann die Tür aufschieben. Wenn man dazu wirklich gut anleiten will, muss das Ganze vielleicht ein wenig gründlicher durchdacht sein. Auf Englisch verlangt das nach den Wörtern: release – push – slide. Da der Hebel zur Tür-Notentriegelung sich seitlich neben der Tür befindet, müsste man etwas unternehmen, um alle 3 Schritte als zusammenhängende Abfolge sichtbar zu machen. Das versuche ich in meinem Lösungsvorschlag mit Ziffern. Letztlich könnte man die Anweisungen vielleicht grafisch mit Pfeilen unterstützen. Da wir es schon mit den Farben Weiss und Rot zu tun haben, sind wahrscheinlich Gelb/Schwarz als einzige Option verfügbar, die auf diesem Hintergrund noch mal auffällt. Dementsprechend mein Lösungsvorschlag.

Fazit: der Fall illustriert Dinge, die sehr oft in Kombination vorkommen:

  1. Eine Übersetzung ist zunächst einmal falsch.
  2. Sie sollte aber nicht »nur« korrigiert, sonden auch besser an ihren Verwendungszweck angepasst werden (was eine nicht-wörtliche Übersetzung bedeutet).
  3. Schließlich ist es erst die Abstimmung vom Text mit ihrer grafischen Gestaltung, die eine optimale Lösung ermöglicht.

In diesem Fall wäre das alles wieder einmal sehr wenig aufwändig.

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