Släng

Vor kurzem hat mich ein Herr, dem Vernehmen nach im besten Alter, angerufen und wollte Information über etwas. Ich erklärte ihm was ich wusste und wo er weiterschauen könnte, und dann fragte er (nicht unfreundlich) wo ich herkomme – denn ich habe so einen komischen Släng. Er tippte wie üblich auf Amerika und ich erklärte, wie üblich, dass Irland auch sozusagen die Nachbarinsel von den USA ist, ist ja doch nur ein bissl Wasser dazwischen.
Aber das Lustige ist dieser Släng. Ich glaube, er wird relativ konsistent verwendet, wenn Leute Akzent meinen. “Slang” im Englischen bezieht sich eindeutig nicht auf den Akzent, sondern auf die Subsitution von Wörtern durch andere Wörter, von denen nur “Insider” irgendeiner Gruppe die Bedeutung wissen, also auf ein lexikalisches Phänomen, nicht eines der Aussprache. Wenn mir ein Brite sagt “use your loaf” oder ein Amerikaner auf Vorgänge bei der “Gray Lady” Bezug nimmt, dann ist das Slang (im zweiten Fall vielleicht Jargon, weil eher berufsbezogen).
Ein interessantes Subthema: “unorthodox lexicofabricology“, auch “slang affixation” genannt.
Und damit beginne ich die Kategorie Austro-Englisch. Nicht weil ich das schlimm finde, sondern weil ins Österreichische importierte Wörter immer wieder ein Eigenleben führen, das nicht unbedingt der Bedeutung entspricht, die sie im Englischen hatten. Es sind sozusagen Akte der kollektiven Volkskreativität. ÖsterreicherInnen sind fast so begnadete FladerInnen und AssimilierInnen von Fremdwörtern wie … die Englischsprachigen selbst.
Und manchmal ist es von praktischem Vorteil zu wissen, dass englischsprachige Leute unter manchen “englischen” Wörtern eben ein bissl was anderes verstehen.

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