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Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen

gelber Bulletpunkt   Weiter unten reproduziere ich die "Globalskala" des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), der vom Europarat entwickelt wurde. Diese Skala erlaubt eine grobe Orientierug über sprachliche Kompetenzen. Allerdings ist die Globalskala insofern von begrenzter Nützlichkeit, als Differenzierungen innerhalb der einzelnen Stufen unter Umständen wichtig sein können.

gelber Bulletpunkt   Zum Beispiel habe ich im Jahr 1994 das Kleine Deutsche Sprachdiplom mit der Note 1 abgeschlossen; dieses entspricht laut Goethe–Institut schon der höchsten Stufe (C2) des GER. Seitdem habe ich aber zweifellos meine Deutschkenntnisse noch wesentlich ausgebaut... und würde trotzdem noch immer bestimmte kommunikative Aufgaben nicht ohne Hilfe und Korrektur angehen.

gelber Bulletpunkt   Im B1/B2–Bereich bewegen sich sehr viele der Englischkurs–TeilnehmerInnen in Österreich, und doch ist ihre Englisch–Kompetenz keineswegs homogen. Viele individuelle Lernpfade innerhalb dieses Raums sind denkbar: einer verbessert seine Ausdrücksfähigkeit in seinem Fachgebiet ohne viel komplexere sprachliche Strukturen als vorher anzuwenden, eine andere verfasst technische Fachtexte schon auf hohem Niveau, braucht aber viel Übung in allgemeiner Konversation. Beide machen für sich sehr signifikante Fortschritte, die sich aber nicht in einer geänderten "globalen" GER–Stufe niederschlagen. Also sind innerhalb der B–Stufen auch prinzipiell präzisere Diagnosen wünschenswert.

gelber Bulletpunkt   Im A–Bereich ist für Englisch die Unterscheidung A1/A2 selten praktisch relevant, weil fast alle in Österreich lebende Menschen zumindest sogenannte "falsche Anfänger" sind, d.h. auch wenn sie sich nie sehr bemüht haben, Englisch zu lernen, stehen sie häufig am Anfang der Stufe A2 oder höher.

gelber Bulletpunkt   Diese scheinbaren Unzulänglichkeiten der "Globalskala" lösen sich aber auf, wenn klar wird, dass dahinter ein sehr umfangreiches System zur detaillierten Beurteilung von Sprachkompetenzen steckt. Der große Vorteil für Profis ist dass dadurch eine gute Vergleichbarkeit der vielen verschiedenen Prüfungen, Kursmaterialien usw. über Länder hinweg und auch zwischen verschiedenen Sprachen gegeben ist. Und für Leute, die über ihre eigenen Sprachkompetenzen nachdenken wollen, gibt es weitergehende Fragen und Sätze, die man zur Selbsteinschätzung verwenden kann. Siehe Tabelle 2 auf dieser Seite. Diese Fragen helfen, ein sehr individuelles Profil von Stärken und Schwächen zu definieren, und bieten also einen Weg, sehr konkrete Ziele und Schwerpunkte beim Sprachen-Lernen herauszuarbeiten, die für Sie persönlich relevant sind.


Globalskala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen

C: Kompetente Sprachanwendung
C2

Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen.
Kann Sachverhalte und Argumente aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen wiedergeben und in einer kohärenten Darstellung zusammenfassen.
Kann sich spontan, sehr fließend und differenziert ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.

C1
Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, auch längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen.
Kann sich beinahe mühelos spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter offensichtlich nach Worten suchen zu müssen.
Kann die Sprache wirksam und flexibel im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium gebrauchen.
Kann sich klar und gut strukturiert zu komplexen Sachverhalten äußern, etwas ausführlich beschreiben oder berichten und ihre/seine Aussagen inhaltlich und sprachlich verknüpfen.

B: Selbständige Sprachanwendung
B2

Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen.
Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit einem Muttersprachler oder einer Muttersprachlerin ohne Belastung für beide Sprechenden möglich ist.
Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einem Problem erklären und die Vor– und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.

B1
Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht.
Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet.
Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern.
Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

A: Elementare Sprachanwendung
A2
Kann einzelne Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke im Zusammenhang mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung verstehen (z.B. Informationen zur Person, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung).
Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen unkomplizierten und direkten Austausch von Informationen und um vertraute Themen und Tätigkeiten geht.
Kann mit einfachen Mitteln Personen, Orte, Dinge, die eigene Ausbildung und seine/ihre Umwelt beschreiben.

A1
Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden.
Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen – z. B. Name, Wohnort, Bekannte, Dinge, die sie besitzen, usw. – und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben.
Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.



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